Freitag, 15. November 2019
Kultur ist, was wir aus unseren Werten machen
Wo durch eine internationale Ordnung Länder untereinander in Frieden leben können, dafür müssen wir sehr dankbar sein.

Wer aus solchen internationalen Verträgen ganz aussteigen will, ist ein fragwürdiger Nationalist. Nur Leute aus dem rechten Lager bringen uns nicht weiter, aber auch Linksextremismus kann sehr negativ sein.

Internationale, fragwürdige Verträge aber, die durch die Hintertür eingeführt werden, zuerst nicht bindend sein sollen, dann aber geltend werden, hindern uns in Zukunft, Entscheidungen selbst zu treffen.

Müssen wir so viel Brüderlichkeit zu ganz anderen Kulturen aufbauen, dass wir uns selber aufgeben; unsere Lebensweise und Ansichten? Wenn wir damit was wiedergutmachen wollen von Kriegen und unsere Kolonien in Drittländern längst vergangener Zeiten, sollten wir überlegen, ob wir uns nur selber schaden.

Wir hören von Verpflichtungen der reichen europäischen Länder, riesige Summen in Banken der Haushalte ärmerer Länder wie Griechenland zu transferieren und uns aufwendig in militärische Konflikte weltweit zu beteiligen, um den Frieden zu sichern. Reden das uns Bonzen und Lobbyisten ein, die mit dem Geld die Armen nur noch abhängiger von den Reichen machen und das Geld letztendlich bei den Vorgenannten landet?

Ich will Leute nicht davon abhalten, für arme Länder, Katastrophengebiete und Leute, die medizinische Versorgung brauchen, zu spenden. Manche Entwicklungshilfe löst aber mehr Schaden an, als dass es Probleme löst.

Anstatt von Kulturkriese, Werteverfall oder das Ende unserer westlichen Kulturen zu reden, brauchen wir einfach nur aufzustehen und die Probleme selber in die Hand zu nehmen.

Probleme können nur Vorort gelöst werden, wo jeder jeden hilft und wir solidarisch untereinander sind. Das Schicksal weit entfernter Länder können wir nicht von hier aus in die richtige Richtung steuern, sondern kann nur jeweils in diesen Orten gelöst werden.

Wenn wir unsere Hände aus den Drittländern mehr raus lassen würden, wo wir in Wirklichkeit es auf Rohstoffe abgesehen haben, wäre das diesen Ländern hilfreich. Wir sollten einen fairen Handel mit Ländern aufbauen, wo jeder seine Würde behält. Lassen wir besser Drittländer ernsthaft selbst was auf die Beine stellen und helfen wir Diesen Vorort dabei auf die Sprünge.

Wir haben unsere eigenen Leitkulturen abgebaut. Die Frage ist, ob daraus eine neue Freiheit für die Bürger und wahrer Frieden geworden ist oder ob wir uns zumindest teilweise einer Ordnung hingegeben haben, die von Bonzen und Lobbyisten aus gesteuert wird?

Die Angst der Bürger vor dem Unbekannten hat den Nationalismus wieder in einigen unserer Ländern hochgebracht. Die Bürger haben keine genaue Übersicht mehr davon, wo Gelder der Staatkasse letztendlich landen und wer überhaupt die Politik steuert.

Ich will klarmachen, dass der Ausdruck "Bonzen und Lobbyisten" keine Beleidigung sein soll. Ich meine damit reiche Leute mit Verbindung zur Politik, die Geld machen, indem sie Waffen an Machthabern verkaufen, die Gesellschaften unsägliches Leid zufügen oder wenn einflussreiche, wohlhabende Leute Kriege befürworten für wirtschaftliche Interessen. Ein Reicher kann jeder unserer Bevölkerung werden, der sich hocharbeitet.

Die Eigenschaft verlernt zu haben, auch mal Nein sagen zu können, führt uns dazu, unsere westlichen Zivilisationen fragwürdig auf ein Minimum zu reduzieren. Zu bemerken wäre, dass viele andere Kulturen ihre Kulturen nicht aufgeben wollen.

Führen viele Politiker, die wir gerne als Populisten bezeichnen, nur aus, das zu retten, was noch zu retten ist?

Autor und Urheberrechte: Daniel Hess, Dezember 2018 und November 2019

... comment